Der Präsident von Portugal hat das neue Staatsbürgerschaftsgesetz verkündet und das Dekret am 3. Mai 2026 unterzeichnet.
Pedro Barata, Senior Investment Migration Advisor bei Immigrant Invest, erläuterte die wichtigsten Änderungen am Gesetz und ob es nach wie vor möglich ist, die Staatsbürgerschaft nach den alten Regeln zu erhalten.
Änderungen der Wartezeit für die Einbürgerung
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft das Einbürgerungsverfahren für Ausländer. Nach den alten Regeln konnte die portugiesische Staatsbürgerschaft nach 5 Jahren Daueraufenthalt im Land erworben werden.
Für erwachsene Ausländer
Das neue Gesetz legt die folgenden Regeln fest:
- Die Einbürgerungsfrist wurde auf 10 Jahre erhöht. Um einen Reisepass zu beantragen, müssen Staatsangehörige von Drittstaaten nun 10 Jahre lang in Portugal leben, anstatt wie bisher 5 Jahre. Für Bürger der EU und der Gemeinschaft der portugiesischsprachigen Länder beträgt die Einbürgerungsfrist 7 Jahre.
- Die 10-Jahres-Frist wird ab dem Datum der Ausstellung der ersten Aufenthaltserlaubnis gerechnet, und nicht mehr ab dem Zeitpunkt der Einreichung der Unterlagen bei der Agentur AIMA, wie es bisher der Fall war.
Für Kinder von Ausländern
Zuvor konnte ein Kind die Staatsbürgerschaft erhalten, wenn zum Zeitpunkt seiner Geburt einer seiner Eltern seit mindestens 1 Jahr legal in Portugal gelebt hatte. Nach dem neuen Gesetz erhöht sich die erforderliche Aufenthaltsdauer des Elternteils auf 5 Jahre.

Pedro Barata,
Senior-Berater für Investitionsmigration
Der Präsident erklärte, dass bereits eingereichte Anträge auf Staatsbürgerschaft nach dem alten Gesetz geprüft werden. Die Anwendung der neuen Einbürgerungswartefrist in solchen Fällen würde als Untergrabung des Vertrauens in den Staat angesehen.
Strengere Integrationsanforderungen
Um die portugiesische Staatsbürgerschaft zu erhalten, müssen Antragsteller:
- Prüfungen über Kenntnisse der portugiesischen Sprache, Kultur, Geschichte und des politischen Systems bestehen;
- schriftlich ihre Verpflichtung zu demokratischen Prinzipien erklären.
Für Nachkommen sephardischer Juden ist das vereinfachte Einbürgerungsverfahren nicht mehr in Kraft. Zuvor mussten sie weder Prüfungen ablegen noch eine Mindestaufenthaltsdauer im Land erfüllen. Um die Staatsbürgerschaft zu erhalten, reichte es aus, die Abstammung von sephardischen Juden nachzuweisen.
Die Bestimmungen über den Entzug der Staatsbürgerschaft bei besonders schweren Straftaten wurden vom Präsidenten noch nicht unterzeichnet und werden weiter geprüft.
Wann tritt das neue Gesetz in Kraft?
Die neuen Regeln treten mit der offiziellen Veröffentlichung im Diário da República in Kraft. Der erwartete Zeitraum liegt zwischen einigen Tagen und 1 Monat.
Die portugiesische Regierung schlug Änderungen am Staatsbürgerschaftsgesetz im Juni 2025 vor. Seitdem hat das neue Gesetz einen langen Prozess durchlaufen, einschließlich eines präsidialen Vetos und einer verfassungsrechtlichen Prüfung.

Was sollten Investoren tun?
Portugal bleibt eine starke Option für diejenigen, die planen, in der EU zu leben, zu investieren oder langfristige Bindungen aufzubauen. Es dient jedoch möglicherweise nicht mehr als Weg zu einer schnellen Staatsbürgerschaft.
Wenn die vorgeschlagenen Änderungen in Kraft treten, könnten Investoren, die im Jahr 2026 eine portugiesische Aufenthaltserlaubnis erhalten, erst zwischen 2036 und 2038 für die Staatsbürgerschaft infrage kommen. In diesem Fall wäre Portugal für einige Familien immer noch geeignet, jedoch primär als Strategie für den langfristigen Aufenthalt und die Einbürgerung.
Die richtige Entscheidung hängt von den Zielen, Familienplänen, dem Zeitrahmen und den Prioritäten des jeweiligen Investors ab. Die Anwälte von Immigrant Invest können die Situation bewerten und helfen, den am besten geeigneten Weg zu wählen.









