Zusammenfassung
Am 1. April 2026 stimmte das portugiesische Parlament weitreichenden Änderungen des Staatsangehörigkeitsgesetzes zu.
Das Land hat die Einbürgerungsfrist für die meisten ausländischen Staatsangehörigen auf 10 Jahre verlängert und strengere Gründe für den Entzug der Staatsbürgerschaft eingeführt.
Pedro Barata, Senior Investment Migration Advisor, erläuterte die wesentlichen Änderungen.
Wichtigste Bestimmungen für Investoren
Die parlamentarische Abstimmung dauerte länger als die vorgesehenen 37 Minuten. Insgesamt 152 Abgeordnete stimmten dafür — von PSD, Chega, CDS-PP und IL — während 64 Abgeordnete von PS, PCP, BE, Livre und PAN dagegen stimmten[1].
1. Einbürgerungsfrist. Drittstaatsangehörige müssen nun 10 Jahre lang in Portugal ansässig sein, bevor sie einen Reisepass beantragen können, statt wie bisher 5 Jahre.
Für EU-Bürger und Staatsangehörige der Gemeinschaft der portugiesischsprachigen Länder beträgt die Frist 7 Jahre.
2. Beginn der Qualifikationsfrist. Die 10-Jahres-Frist wird nun ab dem Datum der Ausstellung der ersten Aufenthaltserlaubnis gezählt und nicht mehr ab dem Datum der Antragstellung, wie es zuvor der Fall war[2].
3. Keine Übergangsfrist. Die neuen Regeln treten unmittelbar nach der Verkündung durch den Präsidenten in Kraft.
Zudem billigte das Parlament Änderungen am Strafgesetzbuch: Eingebürgerten Staatsbürgern kann der Reisepass nun bei besonders schweren Straftaten entzogen werden. Die Maßnahme wurde mit 151 Ja-Stimmen und 65 Nein-Stimmen angenommen[3].

Pedro Barata,
Senior-Berater für Investitionsmigration
Die endgültige Fassung des Gesetzes muss noch veröffentlicht werden. Dies wird einige Tage in Anspruch nehmen, wonach es dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt wird. Der Präsident hat 20 Tage Zeit für die Verkündung. Sobald das Gesetz im offiziellen Gesetzblatt, Diário da República, veröffentlicht ist, tritt es in Kraft.
Dem Präsidenten steht es weiterhin zu, sein Veto gegen das Gesetz einzulegen oder es an das Verfassungsgericht zu verweisen, was jedoch als unwahrscheinlich gilt.
Wo lässt sich eine zweite Staatsbürgerschaft schneller erlangen?
Die Verlängerung der Einbürgerungsfrist auf 10 Jahre könnte Inhaber des Golden Visa und anderer Aufenthaltstitel abschrecken.
Nach Einschätzung der Experten von Immigrant Invest werden Investoren, die im Jahr 2026 eine Aufenthaltserlaubnis in Portugal erhalten, erst zwischen 2036 und 2038 Anspruch auf die Staatsbürgerschaft haben. Dies mindert die Attraktivität der portugiesischen Einbürgerung als Instrument für langfristige Mobilität.
Kein EU-Land gewährt eine Staatsbürgerschaft durch Investition, und die reguläre Einbürgerungsfrist beginnt üblicherweise bei 5 Jahren.
Karibische Länder stellen Reisepässe in nur 4 Monaten aus. In São Tomé und Príncipe oder Vanuatu kann der Prozess sogar noch schneller sein — ab 2 Monaten.
Karibische Reisepässe sind weniger „mächtig“ als ein portugiesischer, da sie visafreien Zugang zu weniger Ländern bieten. Eine zweite Staatsbürgerschaft wird jedoch nicht nur für Reisen gewählt, sondern auch zur Diversifizierung von Vermögenswerten oder als Absicherung für den Notfall.








